1. Hohnsteiner Dialog
Gedenkveranstaltung der LAG KZ Hohnstein,
mit Ausstellungseröffnung:
„Zwölf Porträts – Häftlinge des KZ Hohnstein 1933–1934. Eine Ausstellung der Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Hohnstein“
Samstag, 14. März 2026, 11 Uhr am Denkmal auf dem Marktplatz Hohnstein
Mitte März 1933, unmittelbar nach der Reichstagswahl, die der bereits eingesetzten Regierung Adolf Hitlers die parlamentarische Mehrheit verschaffen sollte und bereits von der Zerschlagung und Unterdrückung der gegnerischen Parteien begleitet wurde, berichtete die lokale Presse, dass die Jugendburg Hohnstein durch die Sturmabteilung der NSDAP (SA) besetzt und ein Konzentrationslager (KZ) eingerichtet wurde. Die Regierung ging also augenblicklich daran, die Demokratie und den Rechtsstaat abzuschaffen und eine Diktatur zu installieren.
Insbesondere die Parteiorganisation SA sollte den Machtwechsel und nationalsozialistische Normen durchdrücken. Die Mittel dazu waren Terror und pure körperliche sowie bewaffnete Gewalt.
Sie richtete sich vor allem gegen politische Gegner*innen: Besetzung und Raub von Immobilien und Vermögen der linken Organisationen, die gewaltvolle Verdrängung von politischen Gegner*innen und Jüdinnen*Juden aus ihren Ämtern, Berufen und gesellschaftlich relevanten Positionen, ihre Inhaftierung, Folterung und Isolierung in soeben noch von linken Parteien und Organisationen verwalteten Räumen und Gebäuden sowie in als Frühe KZ missbrauchten Orten, wie die Burg Hohnstein einer wurde.
Die Verhaftungen fanden ohne Ermittlungen, Anklagen und Urteile statt. SA-Leute verhafteten Menschen von der Straße weg. Es brauchte dafür keine Polizei, keine Justiz. Die Gefangenen waren ab diesem Zeitpunkt der Willkür der SA und der Hilfspolizei ausgeliefert, die in den Frühen KZ die Wachmannschaften stellten. Sie wussten nicht, was ihnen geschehen würde und wie lange sie in Haft sein würden.
Bereits Ende März befanden sich einige hundert Gefangene in der Burg Hohnstein. Bis zum Ende des offiziellen Bestehens im August 1934 sollen über 5000 Menschen dorthin gebracht worden sein. Sie wurden zur Arbeit gezwungen, viele von ihnen gefoltert, einige ermordet oder in den Tod getrieben.
Mit dem 1. Hohnsteiner Dialog erinnert die LAG KZ Hohnstein an die Errichtung des Frühen KZ auf der Burg Hohnstein und damit an die gewaltsame Errichtung einer Diktatur, die zwölf Jahre andauern konnte. Im Zentrum der Erinnerung stehen jene Menschen, die im KZ Hohnstein ermordet wurden, ihren Verletzungen erlagen, sich das Leben nahmen oder an den Haftfolgen gestorben sind, sowie jene, die die dort verübten ersten nationalsozialistischen Verbrechen überlebten.
Mit einer Ausstellung (ab ca. 11:45 Uhr) erinnern Mitglieder der erst im März 2025 gegründeten Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Hohnstein an Menschen, die im KZ Hohnstein inhaftiert waren. Viele davon sind ihre eigenen Angehörigen.
Ablauf:
11:00 Uhr:
Gedenken am Denkmal vor der Burg
Begrüßung: Steffen Richter (LAG KZ Hohnstein)
Grußworte: Daniel Brade (Bürgermeister von Hohnstein)
Reden von Gabriele Hahn und Theres Schimansky (LAG KZ Hohnstein)
Musikalische Begleitung: Elbsandsteiner Blasmusikanten
Zum anschließenden Niederlegen von Kränzen und Blumen sind alle herzlich eingeladen.
Direkt im Anschluss (spätestens 11:45 Uhr) wird auf der Burg Hohnstein die Ausstellung „Zwölf Porträts – Häftlinge des KZ Hohnstein 1933–1934. Eine Ausstellung der Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Hohnstein“ eröffnet. Eröffnungsworte: Katharina Wüstefeld (LAG KZ Hohnstein).
